Verhütungsmethoden für die Frau: Was man wissen sollte
Autor: Dr. med. Jörg Zorn, Arzt
Sex ist manchmal, aber längst nicht immer mit einem Kinderwunsch verbunden. Um eine Befruchtung zu vermeiden, gibt es eine Vielzahl verschiedener Verhütungsmittel, von natürlicher Verhütung bis zu hormonellen Verhütungsmethoden.
Lesedauer: 5 Minuten
Welche Verhütungsmöglichkeiten gibt es?

Das Thema Verhütung begleitet Frauen und Paare prinzipiell von der ersten Periode bis zur Menopause. Wenn kein Kinderwunsch besteht, gibt es heutzutage eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verhütung. Mediziner nennen die Empfängnisverhütung auch Kontrazeption. Dabei werden folgende Verhütungsmethoden unterschieden:

Hormonelle Kontrazeption
Wie funktioniert die hormonelle Verhütung?
Hormonelle Verhütungsmethoden wirken durch die Zufuhr von künstlich hergestellten Hormonen, meist Östrogenen und/oder Gestagenen, die in den natürlichen Hormonhaushalt eingreifen. Diese Hormone verhindern in erster Linie den Eisprung, sodass keine befruchtungsfähige Eizelle zur Verfügung steht. Zusätzlich verdicken sie den Schleim im Gebärmutterhals, wodurch Spermien nur erschwert in die Gebärmutter gelangen können. Einige hormonelle Methoden verändern außerdem die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten kann.
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Nicht hormonelle Kontrazeption
Wie funktionieren mechanische und hormonfreie Verhütungsmethoden?
Als mechanische Methoden oder auch Barrieremethoden werden Verhütungsmittel zusammengefasst, die die Wanderung der Spermien in die Gebärmutter zur Eizelle verhindern. Sie wirken ohne Hormone. Dazu zählen zum Beispiel das Kondom oder das Diaphragma. Ähnlich funktionieren auch chemische Verhütungsmittel, bei denen die Spermien abgetötet werden, sogenannte Spermizide. Einige Verhütungsmethoden kombinieren auch mechanische und chemische Kontrazeption. Lesen Sie mehr dazu unter hormonfreie Verhütung.

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Häufig gestellte Fragen zur Verhütung
Was ist die beste Verhütung für die Frau?
Das Thema Verhütung ist sehr individuell, jede Frau hat andere Prioritäten in diesem Zusammenhang. Dank der großen Auswahl an unterschiedlichen Verhütungsmitteln sollte aber jede die passende Methode finden. Am besten lässt man sich hierzu im Rahmen einer gynäkologischen Beratung über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Möglichkeiten aufklären.
Wer beispielsweise einen schnell einsetzenden sowie sicheren Schutz und gleichzeitig eine gute Kontrolle über den Zyklus haben möchte, für den ist die klassische Pille eine gute Möglichkeit. Diese ist außerdem bei Frauen mit starken Zyklusbeschwerden oder Hautproblemen in Rücksprache mit einer Frauenärztin eine beliebte Wahl.
Wer nicht täglich an die Einnahme denken möchte und innerhalb der nächsten Jahre keine Kinderplanung anstrebt, für den ist die Hormonspirale gut geeignet. Diese Methode bietet außerdem den großen Vorteil, dass sie nur lokal wirkt und weniger systemische Nebenwirkungen hat als orale Kontrazeptiva.
Immer mehr Frauen bevorzugen eine hormonfreie Verhütung, auch hier gibt es heutzutage eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Neben der Kupferspirale oder mechanischen bzw. chemischen Anwendungen, ist auch die natürliche Familienplanung mittels täglicher Beobachtung des Zyklus eine zunehmend beliebte Form der Empfängnisverhütung.
Wer seine Familienplanung bereits abgeschlossen hat, kann auch über eine Sterilisation nachdenken. Dieser Schritt sollte jedoch wohlüberlegt sein, da der Eingriff zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit führt, die vor allem bei Frauen nahezu unumkehrbar ist. Beim Mann werden die Samenleiter durchgetrennt, bei der Frau die Eileiter.
Was ist die beste Alternative zur Pille?
Es gibt unterschiedliche Gründe gegen die Einnahme einer klassischen Anti-Baby-Pille. Diese reichen von Nebenwirkungen bis zu persönlichen Präferenzen und sollten unbedingt bei der Wahl des Verhütungsmittels berücksichtigt werden. Vielen Frauen ist jedoch nicht bewusst, dass es auch innerhalb der „Pillen“ viele Präparate mit unterschiedlichen Zusammensetzungen gibt. Hier kann ein Beratungsgespräch beim Gynäkologen Klarheit bringen. Gleichzeitig können bei dem Termin, unter Berücksichtigung der individuellen Situation der Patientin, auch Vor- und Nachteile von alternativen Möglichkeiten besprochen werden – die Auswahl ist groß.
Was ist das sicherste Verhütungsmittel ohne Hormone?
Das hängt von der Anwenderin ab. Die natürliche Familienplanung mit Messung der Basaltemperatur und Selbstbeobachtung des Zervixschleims (Billings-Methode) bietet bei korrekter Anwendung einen sehr hohen Schutz. Das erfordert jedoch etwas Übung und eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Methoden und dem eigenen Körper.
Wer sich das nicht zutraut oder eine einfachere hormonfreie Methode bevorzugt, für den ist beispielsweise die Kupferspirale eine mögliche und sichere Alternative. Mechanische Verhütungsmethoden wie Kondome und Diaphragmen sind ebenfalls stark von einer korrekten Anwendung abhängig und zählen daher bei alleiniger Verwendung nicht zu den sicheren Verhütungsmethoden.

Quellen
Casey. F.E. (2020): Übersicht zur Kontrazeption, MSD Manuals, [online] https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/gyn%C3%A4kologie-und-geburtshilfe/familienplanung/%C3%BCbersicht-zur-kontrazeption [abgerufen am 10.02.2026]. │Goerke, K. Valet, A. (2000): Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, 4. Aufl., München/Jena, Deutschland: Urban & Fischer. │Verhütungsmethoden (2018): Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), [online] https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/verhuetungsmethoden/ [abgerufen am 10.02.2026]. │Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S2k-Leitlinie Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung. AWMF-Register-Nr. 015-095, Dezember 2023. │Faculty of Sexual & Reproductive Healthcare (FSRH): Clinical Guideline: Intrauterine Contraception. London, aktuelle Fassung. [online] www.fsrh.org [abgerufen am 10.02.2026].
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