Spirale zur Verhütung: Was man über Kupfer- und Hormonspirale wissen sollte
Autor: Dr. med. Jörg Zorn, Arzt
Die Spirale zählt zu den sichersten und zugleich langfristigsten Verhütungsmethoden. Sie wird direkt in die Gebärmutter eingesetzt und bietet – je nach Variante – hormonfreie oder hormonelle Empfängnisverhütung über mehrere Jahre hinweg. Viele Frauen schätzen an der Spirale, dass sie nach dem Einsetzen keinen täglichen Aufwand erfordert und Anwendungsfehler praktisch ausgeschlossen sind. Welche Arten es gibt, wie sie wirken und was beim Einsetzen zu beachten ist, erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Lesedauer: 8 Minuten
Welche Spirale ist für mich geeignet?
Bei der Spirale, auch Intrauterinpessar (IUP) genannt, werden hormonelle und nicht-hormonelle Formen unterschieden. Die bekannteste und ursprüngliche Kupferspirale zählt zu den nicht-hormonellen Varianten.
Welche Art der Spirale am besten geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren wie Alter, Zyklus, Vorerkrankungen und persönlichen Präferenzen ab. Eine ausführliche Beratung durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt ist daher unerlässlich, um die passende Verhütungsmethode zu finden.

Kupferspirale
Wie funktioniert eine Kupferspirale?
Die Kupferspirale bietet eine hormonfreie Verhütung mit hoher Sicherheit (Pearl-Index: 0,3–3). Sie hat eine kombinierte Wirkungsweise.
- Zum einen über den spermiziden Effekt durch Kupfer-Ionen: Diese schädigen die Spermien und wirken so empfängnisverhütend.
- Zusätzlich verändert die Spirale die Schleimhaut des Muttermundes und der Gebärmutter. Der Effekt ist, dass die Spermien auf ihrem Weg in die Gebärmutter gestoppt werden und sich eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Die Kupferspirale eignet sich besonders für Frauen, die bewusst auf Hormone verzichten möchten, aber dennoch eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode suchen. Da sie dauerhaft wirkt, ohne in den natürlichen Hormonhaushalt einzugreifen, wird sie häufig auch als Alternative zur Pille gewählt.

Hormonspirale
Wie funktioniert die Hormonspirale?
Die Hormonspiralen zählen prinzipiell zu den Gestagen-Monopräparaten, da sie über eine lokale, kontinuierliche Gestagen-Abgabe wirken. Der genaue Wirkstoff ist das Levonorgestrel. Wie bei der Kupferspirale, erfolgt das Einsetzen des T-förmigen Kunststoffstabs über die Vagina durch den Muttermund in die Gebärmutter.
Der empfängnisverhütende Effekt wird bei Hormonspiralen über die lokale Abgabe des Gestagens innerhalb der Gebärmutter erzielt. Täglich erfolgt dabei abhängig vom Präparat eine Freisetzung von etwa 14 μg bzw. 20 μg Levonorgestrel. Je nach Hersteller verbleibt die Hormonspirale für drei bis sechs Jahre in der Gebärmutter und bietet in dieser Zeit sicheren Schutz.
Nebeneffekt: Bei den meisten Frauen reduziert sich die Stärke der Monatsblutung unter der Hormonspirale, bei einigen bleibt sie sogar vollständig aus.
Wie sicher ist die Hormonspirale?
Hormonspiralen gelten als sehr sichere Verhütungsmethoden (Pearl-Index: 0,05 – 0,3). Sie bieten außerdem den Vorteil, dass praktisch keine Anwendungsfehler auftreten können. Denn, anders als bei der Pille, kann die Einnahme nicht vergessen werden.
Zusätzlich treten im Vergleich zur Pille deutlich weniger systemische Nebenwirkungen auf. Das liegt daran, dass die Abgabe der Hormone direkt in der Gebärmutter erfolgt und somit bedeutend niedrigere Dosen als bei der oral angewendeten Pille notwendig sind. Darüber hinaus geht nur ein geringer Teil des Gestagens in den Blutkreislauf über, wodurch sich die systemischen Nebenwirkungen zusätzlich reduzieren.
Bestehen keine Kontraindikationen, ist die Hormonspirale eine geeignete Methode zur Empfängnisverhütung.
Hormonspirale bei starken Regelblutungen
Die Hormonspirale wird mitunter auch bei starken oder schmerzhaften Regelblutungen eingesetzt, da sie diese lindern kann. Für einige Frauen ist sie daher nicht nur eine Verhütungsmethode, sondern auch eine therapeutische Option.
Allerdings ist das die Ausnahme: Bei Regelschmerzen werden sehr viel häufiger pflanzliche Präparate empfohlen, z. B. mit Mönchspfeffer wie in Agnucaston®. Die Heilpflanze Mönchspfeffer kann den Zyklus harmonisieren, PMS-Beschwerden reduzieren und Zyklusbeschwerden lindern.
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Praktische Fragen zur Spirale
Wie läuft das Einsetzen einer Spirale ab?
Ist nach einer ausführlichen Beratung die Entscheidung für eine Spirale gefallen, stellt sich vielen Frauen die Frage, was genau auf sie zukommt. Zunächst muss abgeklärt werden, ob das Einsetzen einer Spirale überhaupt möglich ist. Faktoren, die dagegen sprechen, sind beispielsweise: Entzündungen im Genitalbereich, Veränderungen der Gebärmutter und eine bestehende Schwangerschaft.
Liegen keine Probleme vor, wird ein Termin zum Einsetzen vereinbart. Der Eingriff sollte idealerweise zum Ende der Regelblutung erfolgen, da der Gebärmutterhals zu diesem Zeitpunkt geweitet ist und das Einbringen der Spirale dadurch weniger schmerzhaft ist.
Ist das Einsetzen der Spirale schmerzhaft?
Ja, ein wenig schon, aber das dauert nicht lange.
Die Kupferspirale ist ein kleiner etwa 2–3 cm langer T-förmiger Stab aus Kunststoff, der mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Es gibt auch die Möglichkeit einer Kupferkette. Am unteren Ende des Stabs sind zwei dünne Rückholfäden angebracht. Die Spirale wird beim Einsetzen über die Vagina durch den Muttermund im oberen Pol der Gebärmutter platziert, wo auch die beiden Eileiter münden. Das ist der schmerzhafteste Teil des Prozederes, in der Regel dauert das Platzieren jedoch nur wenige Minuten.
Im Anschluss werden noch die Rückholfäden gekürzt. Diese stehen dann einige Millimeter aus dem Muttermund heraus. Für die Frauen ist das wichtig zu wissen, da die Fäden theoretisch selbst ertastet werden können – aber keine Sorge, beim Geschlechtsverkehr werden die feinen Enden in der Regel nicht bemerkt.
Zum Abschluss wird die Position der Spirale noch mithilfe einer Ultraschalluntersuchung überprüft. Diese Kontrolle sollte vier bis sechs Wochen nach dem Einsetzen erneut erfolgen und im Anschluss daran etwa halbjährlich bis jährlich. Je nach Hersteller muss die Kupferspirale alle drei bis fünf Jahre gewechselt werden.
Leichte Schmerzen oder ein ziehendes Gefühl im Unterbauch sind nach dem Einsetzen der Spirale nicht ungewöhnlich und klingen meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Auch stärkere Monatsblutungen oder vermehrte Regelschmerzen können insbesondere bei der Kupferspirale auftreten, vor allem in den ersten Monaten nach dem Einsetzen.
Wie viel kostet das Einsetzen der Spirale?
Anders als bei der Pille kommen bei der Spirale keine regelmäßigen Kosten auf die Anwenderinnen zu, sondern, wenn überhaupt, nur eine einmalige Ausgabe beim Einsetzen. Die Kosten für das Einsetzen einer Spirale hängen von der Art der Spirale und vom Alter ab. Bei gesetzlich Versicherten unter 22 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Kosten vollständig. Ab 22 Jahren muss man in der Regel selbst zahlen.
Eine Kupferspirale kostet inklusive Einlage meist etwa 120 bis 300 Euro, eine Hormonspirale je nach Präparat etwa 300 bis 500 Euro. Die Preise können je nach Praxis etwas variieren. Da die Kosten jedoch nur alle drei bis sechs Jahre anfallen, ist die Spirale in der Regel weder maßgeblich teurer noch kostengünstiger als gängige orale Kontrazeptiva.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S2k-Leitlinie Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung. AWMF-Register-Nr. 015-095, Dezember 2023. │Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Verhütung mit der Spirale. Informationen zu Kupferspirale und Hormonspirale. https://www.bioeg.de (letzter Zugriff 15.01.2026). │Faculty of Sexual & Reproductive Healthcare (FSRH): Clinical Guideline: Intrauterine Contraception. London, aktuelle Fassung. https://www.fsrh.org (letzter Zugriff 15.01.2026).



